Lehre ist wieder angesagt

Aussichtsreich | Sie starten besonders früh in ihren Beruf: Lehrlinge aus dem Bezirk erzählen über ihre Erfahrungen

BEZIRK TULLN | Dieses Jahr fanden die Euroskills, die Europameisterschaft der Berufe, in Graz statt. Aus diesem Anlass war es an der Zeit zu schauen, wie sich denn die aktuelle Situation für Lehrlinge im Bezirk gestaltet.

Für Marco Nehr, der sich derzeit im ersten Lehrjahr bei Schmied United Optics in Tulln befindet, war vor allem die Vielseitigkeit der angebotenen Ausbildung ausschlaggebend: „Ich habe die Möglichkeit einer Doppellehre, was bedeutet, dass ich nach vier Ausbildungsjahren zwei abgeschlossene Berufsausbildungen (Augenoptiker und Hörakustiker, Anm. d. Redaktion) in der Gesundheitsbranche habe.“ Es sei aber auch die Vielfalt der Ausbildung, sowohl im sozialen Bereich als auch in Materialkunde, Technik, Physik aber auch im medizinischen Bereich ausschlaggebend gewesen, genau diesen Beruf gewählt zu haben. Ähnlich sieht das sein Lehrherr Wolfgang Schmied: „Der Beruf Augenoptiker ist außergewöhnlich abwechslungsreich und vielfältig. Man kommt mit sehr vielen verschiedenen Personen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen in engen Kontakt.“ Dazu gehören unter anderem Interesse an Technik, EDV, Medizin, aber auch Gefühl für Mode spiele eine Rolle. Besonders wichtig sind weiters Lernwille, handwerkliche Fähigkeiten und Feinmotorik sowie ein sozialer Umgang mit den Mitmenschen.

Auch über seine Perspektiven hat sich der angehende Optiker bereits Gedanken gemacht: „Nachdem ich die Lehre als Augenoptiker und Hörgeräteakustiker abgeschlossen habe, werde ich die Meisterprüfung anstreben. Ob ich dies jedoch in der Optik oder Hörakustik machen werde, wird sich in den nächsten vier Jahren noch herausstellen.“

Etwas weiter westlich, in der Fass- und Bottichmanufaktur Benninger in Grafenwörth, befinden sich derzeit gleich zwei Lehrlinge in Ausbildung.

Während Emil Reiter vor allem der Beruf „Fassbinder“ interessiert, war für Daniel Gausterer auch das mangelnde Interesse an einer weiterführenden Schule ausschlaggebend. Die Freude an der handwerklichen Betätigung verbindet beide.

Meister Georg Benninger betont an dieser Stelle auch, dass er eine „abwechslungsreiche und seltene Lehrstelle mit Zukunft“ bietet, da sich die wenigen noch bestehenden Fassbinderbetriebe über eine ausgezeichnete Auftragslage freuen dürfen.

Die Lehrlinge haben das Ziel, die Lehrabschlussprüfung zu schaffen und sich dann weiter zu orientieren. Die Frage, ob sie ihren Traumberuf gefunden haben, bejahen beide einhellig.

So sieht das auch Marco Nehr von Schmied United Optics: „Obwohl ich vor einigen Jahren nie auf die Idee gekommen wäre, Optiker zu werden, habe ich jetzt das Gefühl, den richtigen Beruf gefunden zu haben. Außerdem kann ich zwischen den beiden Berufen Optiker und Hörgeräteakustiker wählen.“

Übrigens: Lehrstellen im Bezirk sind sehr gefragt, die Firma Birngruber hat aktuell acht neue Lehrlinge eingestellt.

„Ich habe die Möglichkeit einer Doppellehre, was bedeutet, dass ich nach vier Ausbildungsjahren zwei abgeschlossene Berufsausbildungen in der Gesundheitsbranche habe.“ Marco Nehr, Lehrling bei Schmied United Optics in Tulln.

 

Quelle: NÖN-Ausgabe Nr. 39 erschienen am 29.9.2021