Klebstoffe aus Mais, Weizen und Erdäpfeln

Industrieklebstoff wird in der Regel aus Kunststoff hergestellt. Ein neues Forschungsprojekt mehrerer Institutionen und Unternehmen könnte diese Sparte revolutionieren: Ziel ist die Herstellung aus Mais-, Weizen und Erdäpfelstärke.

Das neue Forschungsprojekt, das in Niederösterreich gestartet wurde, könnte den Bereich der Industrieklebstoffe grundlegend verändern. Es soll ein Prozess entwickelt werden, um aus Kartoffel-, Mais- oder auch Weizenstärke biobasierte, umweltfreundliche Klebstoffe zu erzeugen, die zum Beispiel im Baubereich oder auch bei der Spanplattenproduktion verwendet werden können.

Projektpartner sind das IFA Tulln, das Kompetenzzentrum Holz und die TU Wien sowie die drei Unternehmen Metadynea, Murexin und der AGRANA. Im Mittelpunkt des Projekts „BioSet“, das vom IFA Tulln koordiniert wird, steht der Rohstoff Stärke. "Dabei setzen wir auf nachhaltige und umweltschonende Veredelungsprozesse, daher ist das Projekt ‚BioSet‘ für uns auch so attraktiv“, erklärte Martin Kozich von der AGRANA. Im Rahmen des Projekts soll mit Hilfe von Enzymen ein Prozess entwickelt werden, der die Stärke für weitere Anwendungsfelder in der Klebstoffindustrie erschließt.

Weniger Formaldehyd als Ziel

Metadynea erhofft sich konkrete Vorteile: „Am Standort Krems legen wir seit vielen Jahren ein erhöhtes Augenmerk auf niedrige Formaldehyd-Emissionen aus Produkten, die mit unseren Harz- und Leimsystemen hergestellt werden. So können wir die Emissionen bereits jetzt auf das Niveau von Naturholz reduzieren", erklärte Wolfgang Kantner, Leiter der Forschungs und Entwicklungsabteilung von Metadynea.

Modifizierte Stärken könnten demnach eventuell Holzleime in Spanplatten ersetzen. Damit wäre ein vollständig biobasiertes Produkt möglich. So könne Niederösterreich die nachwachsenden Ressourcen aus der Land- und Forstwirtschaft nutzen, heißt es seitens des Projekts. Zentrum der Forschungsarbeit wird der ecoplus-Technopolstandort in Tulln sein.

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