So sauber ist das Wasser

Hygiene-Preis | Zwei Wissenschafter, die in Tulln ihre Forschung betreiben, wurden für ihre Errungenschaften ausgezeichnet. Sie machen Fäkalkeime im Trinkwasser rasch sichtbar

TULLN | Kann ich dieses Wasser trinken? Sind Organismen, sogenannte Pathogene drin, die mich krank machen? – Fragen, die vor allem in Dritte-Welt-Ländern durchaus über Leben und Tod entscheiden können. Bisher war es eine recht langwierige Angelegenheit diese lebenswichtigen Fragen zu beantworten. Zwei Wissenschafter aus der Arbeitsgruppe Molekulare Diagnostik der TU Wien am Department IFA Tulln der BOKU haben nun eine Methode entwickelt, um diesen Prozess deutlich zu beschleunigen. Dafür gab es jetzt auch den Hygiene-Preis.

 „Die herkömmlichen Methoden, um Pathogene im Wasser nachzuweisen, dauerten bisher recht lange. Außerdem war ein ganzes Labor notwendig. Mit unserer Methode geht das ganz schnell und auch gleich direkt im Feld“, berichtet Claudia Kolm, die im Zuge ihrer Doktorarbeit dieses Thema gemeinsam mit ihrem ebenfalls ausgezeichneten Kollegen Roland Martzy bearbeitete. Der Test funktioniere  in etwa wie ein Schwangerschaftstest.  Ist er grün, ist das Wasser unbedenklich, ist er gelb, dann schon.  

Funktioniert wie ein  Schwangerschaftstest  

Der Farbumschlag kommt aufgrund von Verunreinigungen durch Ausscheidungen zustande.  Fäkalien bringen Pathogene in das Wasser ein. Dafür gibt es zwei Organismen, die modellhaft für die Verunreinigung etabliert sind, die Bakterien E. Coli und Enterokokken. „Wir verwenden Enterokokken als Indikatoren. Die zeigen uns die Verunreinigung durch Fäkalien an“, erklärt Kolm. 

Für diese wissenschaftliche Errungenschaft erhielten Kolm und Martzy nun den sogenannten „Hygiene-Preis“. Dieser wird von der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) überreicht. 
Die Arbeiten entstanden im Rahmen der Zusammenarbeit des Analytikzentrums des IFA Tulln mit der Arbeitsgruppe Molekulare Diagnostik der TU Wien am Analytikzentrum. Gefördert wurde die Forschung durch die Niederösterreichische Bildungs- und Forschungsgesellschaft im Rahmen des Projekts „IsoAmp“. 
Die Forschung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Interuniversitären Kooperationszentrum Wasser und Gesundheit (ICC Water&Health) zwischen der Med Uni Wien, der TU Wien und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems.