Rohstoffe im Fokus der Forschung

BOKU Tulln | Das neue Zentrum wird mit mehr als zwei Millionen Euro gefördert. Mittel kommen von der Boku, Land NÖ und Unternehmen.

TULLN | Mit dem Austrian Biorefinery Center (ABCT) in Tulln (NÖ) nahm am Jahresbeginn ein neues Zentrum für angewandte Grundlagenforschung den Betrieb auf. Die mit mehr als zwei Millionen Euro geförderte Einrichtung mit Fokus auf industrienahe Lösungen rund um nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie wurde zusammen mit anderen Forschungsinitiativen am Campus Tulln vorgestellt.

Je ein Drittel der Finanzierung, also jeweils 600.000 Euro kommen von der Boku, vom Land Niederösterreich und den beteiligten Unternehmen. Überdies konnte man bei der „Green Chemistry Challenge“ der britischen Royal Society of Chemistry zusätzliche Mittel einwerben.

„Niederösterreich ist ein guter Platz für Forschung, die Boku hier war eine sehr gute Investition“, erklärte Landesrätin Petra Bohuslav.
„Themen wie die Umwandlung von Stoffen, die im Rahmen der Holzverarbeitung entstehen, in biobasierte Produkte, Materialien und Treibstoffe in sogenannten Bioraffinerien werde aktuell in Europa stark vorangetrieben“, so Thomas Rosenau, Leiter der Abteilung für Chemie der Boku Wien.
Das nunmehrige Forschungszentrum sei vor allem im Verbund mit einer international vernetzten Doktoratsschule mit dem Titel „Advanced Biorefineries: Chemistry and Materials“ (ABC&M) langfristig konzipiert.

„Der wichtigste ‚Exportartikel‘ sind im Prinzip die Leute, die ausgebildet werden“, betonte Rosenau. So arbeiten im Rahmen des neuen Zentrums jeweils Firmen mit Doktoranden in insgesamt zwölf Unterprojekten über drei bis vier Jahre zusammen an konkreten Forschungsfragen. Eine Verbindung, die „guten Anklang“ bei Unternehmen und Jungforschern finde.
Wie Baumrinde etwa in Isolationsschäume umgewandelt werden kann, erforscht man mit dem Zellstoffhersteller SCA.