Füllfedern und Pullis gefragt

Weihnachtsgeschäft | Der Handel zieht Bilanz mit lachendem und weinendem Auge. Allgemein herrscht jedoch Zufriedenheit.

BEZIRK TULLN | Weihnachten ist kaum vorüber, finden sich bereits die ersten Osterdeko-Artikel in den Regalen. Doch noch ehe das Christkind vom Osterhasen abgelöst wird, blickt der Handel auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft zurück und zieht Bilanz – mit gemischten Gefühlen.

Früher konnten etwa Spielzeughändler über ansehnliche Gewinne jubeln. Heuer steht es definitiv fest: die Zahlen vom Vorjahr konnten nicht erreicht werden. Karl Markus Riegler, Geschäftsführer von Vedes Family Store in Langenrohr glaubt den Hauptgrund für die Verluste zu kennen: „Der Onlinehandel ist unser größter Konkurrent.“ Dazu kam noch eine ganz andere Art „Bescherung“: der totale Renner „GraviTrax“ (eine neuartige Kugelbahn) war schon bald nach dem Start des heurigen Weihnachtsgeschäftes komplett ausverkauft und bis zum großen Fest auch nicht mehr erhältlich. Ersatzweise brachten die Eltern dann mit den Dauerbrennern Schleich-Figuren und diversen Gesellschaftsspielen Kinderaugen unterm Christbaum zum Leuchten.

Anders schaut die Bilanz in der Floristik aus. Adventkränze- und Weihnachtsgestecke werden heute in Möbelhäusern und Supermärkten zwischen Schreibtischen und Gemüseregalen angeboten. Trotz dieser Konkurrenz zieht Ilhelm Ajili von der „Blumenoase“ in Tulln positive Bilanz: „Es war das erste Weihnachtsgeschäft im neuen Haus. Das hat sich sehr positiv ausgewirkt, weil wir jetzt viel mehr Platz zum Präsentieren haben.“ Und das wüssten sowohl Stammkunden als auch neu hinzugekommenes Klientel zu schätzen.

Für das Bücher- und Schreibwarengeschäft von Helga Jungwirth-Müller hat das Weihnachtsgeschäft Mitte November begonnen. „Ab Anfang Dezember war es durchgehend sehr gut und besser als letztes Jahr“, berichtet sie. Dazu käme, dass die gute, alte Füllfeder wieder vermehrt geschätzt werde, und deren Verkauf dementsprechend gut ausgefallen sei. „Auch schönes Briefpapier und edle Notizbücher aus Leder oder Stoff, sowie auch wieder Kalender waren gefragt“, freut sich Jungwirth-Müller über das offensichtliche Comeback des „analogen Schreibens in Zeiten der Digitalisierung“.

Eine Steigerung der Besucherfrequenz von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet die Rosenarcade Tulln im Advent. Erwartungsgemäß war die letzte Woche vor dem Heiligen Abend die stärkste des Jahres 2017 mit einer Frequenzsteigerung von 17 Prozent zum bereits starken Vorjahr.

Sowohl die Centerleitung als auch die Betreiber der rund 50 Shops in der Rosenarcade blicken auf eine intensive aber erfolgreiche Adventzeit zurück. „Die Umsatzzahlen liegen uns heute noch nicht vor, aber die Gespräche mit unseren Mietern während der Adventzeit deuten auf ein sehr erfolgreiches Ergebnis hin. Beim Verkauf der Rosenarcade Gutscheinkarten konnten wir bereits eine Steigerung von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr auswerten. Der Mix aus attraktivem Ambiente, Spezialangeboten und einem attraktiven Unterhaltungsprogramm wurde gerne angenommen“, berichtet Center Managerin Katharina Gfrerer.

Kälte ließ Umsätze bei warmen Pullis steigen

Sehr zufrieden mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes zeigt sich Humanic. Dort zählten vor allem Taschen und Geldbörsen zu den beliebtesten Geschenken.

Bei Intersport Winninger war Skibekleidung für Kinder der Top-Seller im diesjährigen Weihnachtsgeschäft, während Pflege- und Duft-Sets die Verkaufsschlager im Parfümeriebereich waren.

Das kalte Wetter in der Vorweihnachtszeit dürfte wohl mitverantwortlich gewesen sein, dass im Textilbereich Pullis und Winterjacken heuer besonders gefragt waren. Aufgrund etlicher kleinerer „Sales“-Aktionen konnte man während der gesamten Vorweihnachtszeit in diversen Modegeschäften so manches Schnäppchen erstehen. Der Handel jedenfalls ist für den post-weihnachtlichen Ansturm beim Einlösen der verkauften Gutscheine gerüstet, und was das Weihnachtsgeschäft nicht gebracht hat, bringt ja vielleicht der nahtlos anschließende große Winterschlussverkauf.