Tullner Sciotec steht vor Markteintritt in Italien

Das Unternehmen Sciotec ist mit einer Exportrate von 90 % international gut vertreten. Mit dem Partner AET Pharma soll nun der italienische Markt erobert werden.

Tullner Sciotec steht vor Markteintritt in Italien, Wirtschaftsblatt vom 05.11.2013

Tulln: „In einem zweiten Leben möchte ich als Zweiter auf den Markt kommen“ sagt Helmut Schmutz, Geschäftsführer der Sciotec Dagnostic Technlogies GmbH. Zehn Jahre habe der Jurist und Unternehmensberater nicht nur ein Produkt vermarktet, sondern musste sich für das sogenannte diätetische Lebensmittel Daosin selbst einen Markt aufbauen. Bei Daosin handelt es sich um Kapseln, die Menschen mit Histaminunverträglichkeit ein Enzym liefern, das für die Verdauung von bestimmten Lebemitteln wie Tomaten oder Rotwein benötigt wird. Da der Wirkstoff nur lokal im Dünndarm hilft, ist es ein Nahrungsmittelzusatz und kein Medikament. „ Die Zulassung ist nicht so langwierig wie bei Medikamenten“ sagt der Geschäftsführer des Life-Science-Unternehmens. Die dreistufige Entwicklung eines Medikaments sei für ein KMU kaum leistbar. Das Tullner Unternehmen hat sich trotz Schwierigkeiten zu Beginn gut entwickelt. Sogar Ärzte hätten anfangs nicht so richtig mit Lebensmittelunverträglichkeiten umgehen können. Vier Jahre nach Markteintritt habe man aber bereits einen operativen Gewinn geschrieben. Aktuell erwirtschaftet das Unternehmen mit 15 Mitarbeitern rund fünf Millionen € Umsatz im Jahr. Das entspricht einem Wachstum von 25 %.

90 % Exportquote

Der Hauptteil des Umsatzes kommt mit einem Anteil von rund 90 % aus dem Export. „In den USA wachsen wir enorm“ sagt Schmutz. In wenigen Jahren könnte es der wichtigste Markt für das niederösterreichische Unternehmen sein. Man gehe aber auch daran, in Europa flächendeckend zu beliefern. „Wir haben nun für Italien einen Vertriebspartner gefunden“, sagt Schmutz.; neben Frankreich ist es der letzte weiße Fleck in der EU. Europa und hier vor allem Deutschland ist aktuell der wichtigste Markt.  Neben der Expansion arbeitet das Unternehmen mit einer Forschungsquote von rund 25 % des Umsatzes an neuen Produkten. „Wir können Entwicklungen zur Hälfte aus dem Cashflow finanzieren“, sagt Schmutz. Ein Enzym soll gegen Migräne helfen. IN Spanien ist das Produkt bereits erhältlich. Markteintritt für Österreich ist für 2014 geplant.

Bio Europe

Die Life-Science-Branche boomt in Österreich. Allein in Wien arbeiteten im vergangenen Jahr bereits 35.320 Menschen in Unternehmen und Forschungseinrichtungen in de Bereichen Biotechnologie, Pharma und Medizin. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Organisation Life Sciences Austria Vienna (LISA Vienna). Akutell findet in Wien gerade die größte europäische Messe der Branche statt: Bei der Bio-Europe sind rund 1900 Unternehmen und knapp 3000 Teilnehmer aus 52 Ländern vertreten. Die Bio-Europe am Wiener Messegelände dauert noch bis Mittwoch dieser Woche.

Quelle: Wirtschaftsblatt, erschienen am 5. 11.2013