Der Blick geht nach vorne

Modehandel | Nina Stift setzt als Branchenvertreterin auf Webinare und in ihrem Unternehmen auf eine App.

TULLN | Die Coronakrise hat auch im Handel mit Mode und Freizeitartikeln bereits deutliche Spuren  hinterlassen. Niemand weiß das besser, als Modelady Nina Stift.

Die Chefin des gleichnamigen Tullner Modehauses, das heuer sein 200-jähriges Bestehen feiert, ist bereits seit 2014 Obfrau der entsprechenden Fachgruppe in der Wirtschaftskammer und wurde nun erneut in diese Funktion gewählt. Außerdem ist Stift (wie berichtet) Vizepräsidentin der NÖ Wirtschaftskammer und stellvertretende Obfrau der Bundessparte Handel.
Funktionen, die die quirlige Unternehmerin, die in der Lockdown-Phase und darüber hinaus mit kreativen Modevideos rund um ihre „Corona-Hose“ für Furore sorgte, gerne und energiegeladen mit Leben erfüllt. In ihrem eigenen Betrieb startet sie jetzt als einer der ersten Tullner Betriebe mit einer eigenen App. „Ja, wir feiern heuer 200 Jahre Geschichte. Aber der Blick geht immer nach vorne“, betont Stift, „es gilt, nicht stillzustehen und die Krise zu nutzen, um sich weiterzuentwickeln.“ Mit der Kunden-App, die es sowohl für Android als auch für Apple in den jeweiligen Stores gibt, will sie den nächsten Schritt in die digitale Zukunft gehen. „Damit haben unsere Kunden Treuepunkte, Bonusgutscheine und Angebote immer einfach im Überblick und direkten Zugriff auf Facebook und Instagram“, sagt Stift. Außerdem sei die Sache nachhaltig und umweltschonend, weil damit haufenweise Drucksorten eingespart werden.

Als Fachgruppen-Obfrau will sie den Mode- und Freizeitartikelhandel bestmöglich durch die Krise bringen. „Gemeinsam mit meinem Team kämpfe ich weiterhin für eine Stärkung des stationären Handels, den Ausbau der Lehrlings- und Mitarbeiterförderung und zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildungsangebote für unsere Mitglieder“, betont Stift. Die Bandbreite der Maßnahmen reicht von der „Danke“-Flyer-Kampagne und dem Zur-Verfügung-Stellen von rund 100.000 Stück nachhaltigen PET-Taschen bis hin zu Einkaufs- und Trendseminaren. „Die haben wir jetzt auf Webinare umgestellt und dadurch deutlich mehr Teilnehmer erreicht“, berichtet die Modelady.

Last but not least wird sie nicht müde, Plädoyers für das Einkaufen beim lokalen Handel zu halten: „Denn wenn der ausländische Onlinehandel weiter so floriert, dann schauen unsere Innenstädte bald dauerhaft so aus, wie während des Lockdowns – nämlich leblos und leer!“