So geht unsere Wirtschaft ins Jahr 2020

Informationsaustausch | Kammerpräsidentin Zwazl, Unternehmer und Behördenvertreter diskutierten. Ein Schwerpunkt gilt der Jugend-Ausbildung.

TULLN | Unter dem Titel „Was die Wirtschaftskammer NÖ von der neuen Bundesregierung fordert“ stand das traditionelle Wirtschaftsgespräch in der Bezirksstelle Tulln. „Der Brexit und die global schwache Konjunktur fordern die Wirtschaft stärker als zuletzt. Umso wichtiger ist es, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagte Obmann Christian Bauer in seiner Einleitung.

Eine wichtige Voraussetzung dafür sei in der Region bereits gegeben, betonte Präsidentin Sonja Zwazl, denn: „Es braucht starke Persönlichkeiten, die wirtschaftliches Denken unterstützen, und aktive Betriebe.“ Damit gratulierte sie auch den Bürgermeistern des Bezirks zum Votum bei der Gemeinderatswahl. Was den Brexit angeht, so sieht die Präsidentin „auf die Briten mehr Probleme zukommen als auf unsere Unternehmer“. Von der neuen Bundesregierung wünscht sie sich unter anderem, dass Innovationen gefördert und Investitionen gestärkt werden oder weiteren Bürokratieabbau und Steuersenkungen.

Bildung - dual und auch für NEETs

In Sachen Bildung hob Zwazl den hohen Stellenwert der dualen Ausbildung hervor, die krisensicher sei, und kündigte Schwerpunktmaßnahmen für NEETs (Not in Education, Employment or Training - Jugendliche, die weder in Ausbildung sind noch einen Job haben) an.

In der anschließenden Diskussion wünschte sich Obmannstellvertreter Johann Figl Förderungen für innerstädtische Investitionen. Nur so könne man gegen günstigere Flächen auf der „Grünen Wiese“ bestehen. Zwazl verwies hier auf das niederösterreichische Raumordnungskonzept und auf spezielle Förderungen für Innenstadtlagen (bis 120 Quadratmeter), die es bereits gebe.

An die Bildungsstatements der Präsidentin knüpfte Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl an: „Die Kriminalität im Bezirk ist rückgängig, aber der Blick auf die Jugend bereitet mir Sorgen.“ Gewalt in Familien nehme zu, Mädchen und Frauen würden in Sachen Bildung noch immer zu wenig gefördert. „Bei der Jugend liegen viele Ressourcen brach“, so Fiegl. Es brauche Förderungen für jene, die sozial und wirtschaftlich einen weniger guten Background haben. Außerdem appellierte die Polizeichefin, das Problem Marihuana nicht zu unterschätzen: „Die THC-Werte sind heute viel höher!“